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Ausstellung "Zeitraum" im Kulturwerkraum Montabaur eröffnet

WWZ 2007-03-05MONTABAUR. "Zeitraum", ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Kulturwerk-raum Montabaur. Zahlreich strömten die Besucher zur Eröffnung in die Kunsträume, um die Sammlung verschiedenster kreativer Arbeiten zu bestaunen. Zwischen den Werken aller Kulturwerk-raumkünstler ist Alexandra Gawlowskis künstlerische Arbeit, die der Ausstellung auch das Thema "Zeitraum" verliehen hat, Mittelpunkt des Geschehens.

Nachdem die Vorsitzende Heike Lutter die Besucher mit einer passend auf das Thema Zeit gemünzten Rede begrüßte, gab auch der Kulturwerk-raumkünstler Günter Bode seine Gedanken preis: "Schon immer haben sich die Menschen Gedanken über Zeit gemacht. Zeit gehört ganz einfach zu unserem Leben", erklärte er philosophisch auf und gab seine Lieblingssprichwörter zum Besten.

Thekla Greiner zum Beispiel hat einen blauen Heizungskessel umgestaltet, worauf in geschwungenen Lettern "Just in time" zu lesen ist und um den munter eine kleine Eisenbahn ihre Runden dreht. Daneben bestaunten die Besucher die Karikaturen von Arne Kunz. Aber auch das alte Turmuhrenwerk oder die Sammlung von abgelaufener Zeit in Form von alten Armbanduhren in einem Einmachglas (Josef Straub) waren beliebte Anschauungsobjekte. Ganz besonders interessierte die ausgestellte Examensarbeit von Alexandra Gawlowski. "Ich habe 2006 zu dem Thema Zeit im Fach Kunst meine Examensarbeit an der Universität Koblenz geschrieben. Diese Abschlussarbeit habe ich auch zum Teil hier im Kulturwerkraum gefertigt", berichtete Alexandra Gawlowski und erklärte, wie sie das Thema Zeit zu einem schlüssigen Werk verarbeitet hat.

"Meine Idee war es, einen Monat Zeit künstlerisch festzuhalten", erzählte sie. So legte sie im Januar des vergangenen Jahres jeden Tag auf dem Weg von ihrem Heimatort Horressen bis zur Universität nach Koblenz eine kleine Pause ein, um an einem besonders schönen Platz zu fotografieren. Jeden Tag wiederholte sie diese Prozedur einen Kilometer weiter, sodass sie ihre Wegstrecke in 31 Einheiten einteilte. "Es erfordert viel Disziplin und Ausdauer jeden Tag an einer anderen Stelle ein Foto aufzunehmen, das ein gleichgesichtiges Glied einer Kette sein kann", berichtete Alexandra Gawlowski. Aber das war erst der Anfang dieser Arbeit.

So malte sie an jedem Januartag an allen 31 Bildern: Nachdem sie ein Foto gemacht hatte, gestaltet sie alle 31 Leinwände nach der Grundstruktur des ersten Polaroidbildes, und so ging es weiter. Jedes Foto wurde auf allen folgenden Leinwänden mit einer bestimmten Grundstruktur festgehalten. So wuchs während der Bearbeitungszeit die Farbbeschichtung auf den verbleibenden Leinwänden von Tag zu Tag, womit sich auch in diesen Bildern die vergangene Zeit - also jeder Januartag - in der Oberflächenstruktur abbildete. So sind interessante Bilder entstanden, die durch diese Methode und die angewandte Mischtechnik von Acryl, Aquarell, Stiften und Kreide zu einem lebendigen Kunstwerk geformt wurden, in dem die Zeit festgehalten wurde. Zudem hat die Werkreihe Alexandra Gawlowskis noch ein anderes charakteristisches Merkmal: "Auf allen meinen Bildern ist eine Art Grundlinie enthalten, die man mit etwas Fantasie als Zeitlinie oder Zeitstrahl ansehen kann", erklärt die Künstlerin, wie sie die verronnene Zeit rund um das Thema "Zeitraum" künstlerisch und mit viel Einfallsreichtum dargestellt hat.


Westerwälder Zeitung - 05.03.2007