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Freunde des Künstlers laden zur Werkschau im Kunstwerkraum Montabaur

WWZ 2006-07-03MONTABAUR. Eine Ausstellung im Kunstwerkraum Montabaur erinnert an das Leben und Schaffen des 1998 verstorbenen heimischen Malers Klaus Dahlem. Mit einer Vernissage ist die Sammlung am Wochenende feierlich eröffnet worden. Möglich wurde die Schau, weil der Vater des Künstlers, Franz Dahlem, die Werke seines Sohnes zur Verfügung stellte und Freunde und Kunstkollegen die Ausstellung organisierten. Herbert Eberth, Mitinitiator des Kunstwerkraumes Montabaur und enger Freund des Künstlers, begrüßte die Gäste. Dr. Uli Jungbluth, ebenfalls ein guter Freund von Klaus Dahlem, ließ in einer bewegenden Ansprache dessen Leben Revue passieren.

Klaus Dahlem wurde 1951 in Dernbach geboren und lebte bis zu seinem Tod in Meudt. Hier starb er 1998 unter ungeklärten Umständen: Klaus Dahlem sollte ohne richterlichen Beschluss in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Die beiden Polizisten, die ein Vertretungsarzt zur Unterstützung angefordert hatte, hatte Dahlem gebeten : "Fassen Sie mich nicht an." Vergebens. "Klaus wurde brutal zu Boden geworfen. Sie hatten ihm die Hände auf den Rücken gefesselt, ein Polizist kniete auf seinem Brustkorb", berichtete Franz Dahlem. "Klaus hat dabei erbrochen und ist daran erstickt." Der Maler erlitt einen Herzstillstand, fiel ins Koma und starb nach elf Tagen auf der Intensivstation im Krankenhaus.

Uli Jungbluth hat viele Erinnerungen an seinen Freund. Die beiden hatten sich 1971 bei einem Studium der Kunstpädagogik in Koblenz kennen gelernt. "In den grünen Wiesen des Westerwaldes zog Klaus mit seiner Staffelei unter dem Arm los, in einem knielangen roten Mantel."

Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Philosophie in Koblenz arbeitete Dahlem als Diplom-Pädagoge und Kunsterzieher und beschäftigte sich mit Fotografie, Keramik und insbesondere mit der Malerei. Er war stets auf der Suche nach Harmonie, nach persönlicher und gesellschaftlicher Gesundung. Er markierte mit seinen Bildern Fluchtwege, Irrwege, Umwege, Auswege. Seine Werke sind Psychogramme eines Menschen, der seinen Lebensfaden sucht. Dahlems Malweise ist geprägt von einer psychoanalytischen Reflexion, seine Mal-Serien heißen "Beiß-Schwein" und "Lila-Pause". In einer weiteren Serie fließt die Mythologie der Hopi ein, eines vorkolumbianischen Indianerstammes.

Westerwälder Zeitung - 03.07.2006