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Acht Künstler gestalten das Treppenhaus des Schulanbaus in Montabaur

Mit Beginn des Schuljahres nimmt die Mensa der Joseph-Kehrein-Schule ihren Betrieb auf - Im Zuge der Bauarbeiten für die neuen Räume ist auch ein Kunstprojekt entstanden

WWZ 2006-08-26Wenn am Montag die Schule beginnt, können sich die Schüler der Joseph-Kehrein-Schule in Montabaur auf eine Mensa freuen - und auf bunte Wände. Künstler haben sie in den Ferien verschönert.

MONTABAUR. Rund 300 Arbeitsstunden haben acht Künstler investiert, um die Wände im Anbau der Montabaurer Joseph-Kehrein-Schule in bunte Kleinode zu verwandeln. Ein Projekt, das die Verbandsgemeinde Montabaur als Schulträger in Auftag gegeben hatte, nach einer Idee von Projektleiterin Petra Jonas. Zeitgleich mit dem Bau der 80 Quadratmeter großen Mensa sollten auch Foyer und Treppenhaus neu gestaltet werden. Die Kosten für die Kunst betragen rund 12 000 Euro. Einen Teil trägt die VG, das übrige Geld ist über Sponsoren wie den Schulförderverein zusammengekommen.

Stolz zeigt Josef Straub, was er und seine Kollegen - fast alle gehören dem Kulturwerkraum an - innerhalb von gut zwei Wochen geschaffen haben: Im Erdgeschoss, über die Tür zur Mensa, ist ein Korb mit Obst gemalt: Ananas, Trauben und Äpfel zeigen den Kindern, wo sie zu Mittag essen können. Rund 105 Mädchen und Jungen nutzen das Ganztagsangebot. Je 72 können in der Mensa auf blauen, roten, gelben oder grünen Stühlen Platz nehmen und müssen nicht mehr zum katholischen Pfarrzentrum laufen. Das Küchenteam des Montabaurer Krankenhauses bekocht die Kinder. Geliefert werden die Gerichte von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes, die die Reste auch abholen. Den Service in der Mensa übernimmt externes Personal.

Essen werden die Schüler immer klassenweise und damit ist, wie Alfons Henkes von der Verbandsgemeindeverwaltung sagt, auch ein pädagogischer Effekt verbunden: Unter Aufsicht der Klassenlehrer sollen die kleinen Gäste Tischsitten und andere Nützlichkeiten fürs Leben kennen- lernen.

Kehren sie in ihre Materialräume im ersten und zweiten Stock zurück, werden die Kinder von den Comicfiguren Tim und Struppi begleitet, von bunten Mustern, Blumen und anderen großen und kleinen Bildern. Sie alle sind drapiert um silberne Rohre, die sich wie eine Verbindung von allem über die Stockwerke schlängeln. Auf einer rund 40 Quadratmeter großen Fläche zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk schließlich ist eine kleine Gruppe Fußballer zu sehen: Zwei coole Jungs stehen mit einem Mädchen um einen Fußball - einen richtig alten aus Leder, mit dicken Nähten. Auf die gegenüberliegende Seite ist ein riesiges blaues Ziffernblatt gemalt.

Mit Künstleracrylfarbe haben die Kunstschaffenden gearbeitet, nachdem sie gemeinsam an zwei Abenden ihre Ideen gesammelt und zu einem Konzept zusammengefasst hatten. Ein Konzept, das auch Platz lässt für Bilder der Schüler, die sie selbst an zwei Tafeln aufhängen können. Wie harmonisch die gemeinsame Arbeit der Künstler verlaufen ist, freut Josef Straub ganz besonders. Und macht Mut für neue, ähnliche Projekte. Ihren Verdienst wollen die Künstler jedenfalls auch dazu verwenden, den Kulturwerkraum noch bekannter zu machen. Höchst erfreut über das Ergebnis ist zudem Andree Stein, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Montabaur: "Das ist ganz wunderbar hier geworden." Die Gesamtkosten für den Neubau der Mensa belaufen sich auf 480 000 Euro. In dieser Summe enthalten sind auch die Ausgaben für den Abriss der einstigen Aula und die notwendigen Brandschutzmaßnahmen.

Westerwälder Zeitung - 26.08.2006