montabaur

Termine

Keine Termine gefunden

Werden Sie
kulturwerkraum

Fördermitglied

Logo-rund

raum für
kunst und kultur

Europapreis 2013

Urkunde

Fotoalbum

Montabaurer Künstler wünschen sich mehr Interesse an ihrer Arbeit

WWZ 2006-06-22Seit gut einem Jahr gibt es in Montabaur den Verein "Kulturwerkraum". Seine Mitglieder haben sich der Kunst und Kultur verschrieben. Was sie vermissen, ist Unterstützung von offizieller Seite.

MONTABAUR. Kunst und Kultur liegen Thekla Greiner, Heike Lutter und Josef Straub am Herzen. Sie wollen, dass Montabaur leuchtet. Dass Bildhauer, Literaten, Maler, Musiker und andere Künstler zusammenkommen, sich gegenseitig inspirieren - und mit ihrer Kunst die Menschen in der Stadt anregen. Greiner, Lutter und Straub sind Mitglieder im Verein "Kulturwerkraum", der seit gut einem Jahr besteht. Sein Ziel ist es, Kulturelles im gesellschaftlichen Leben fest zu verankern. Denn allzu ausgeprägt sei das Interesse an Kunst und Kultur bei den Vertretern der Stadt nicht, beklagen die Künstler.

Zwölf Mitglieder zählt der Verein derzeit. Einige von ihnen sind ständige Mieter in den Räumen an der Werkstraße. Im selben Haus, in dem das Capitol-Kino untergebracht ist, finden sich kleine Ateliers, in denen die Künstler kreativ arbeiten. Auch für Ausstellungen werden die rund 100 Quadratmeter genutzt. Zuletzt etwa die Werkschau "Stadtansichten". Auf diese Weise und mit einer Vielzahl anderer Aktionen wollen die Kreativen ihre Arbeiten einem breiten Publikum nahe bringen.

"Kunst und Kultur haben in Montabaur keine Tradition", sagt Thekla Greiner und verweist auf Ausstellungen in der Bürgerhalle - wo Werke zwischen "Orden und Dienstplänen" wohl kaum zur Geltung kämen. Und weil auch Museen fehlen, kommt sie zu dem Schluss: "Kultur, so wie wir sie uns vorstellen, ist für die Stadt nicht wichtig." Lutter und Straub nicken. "Man muss die Leute hier zum Jagen tragen", sagen sie.

Und doch: Nur meckern will hier keiner. Seit Stadtbürgermeister Klaus Mies im Amt sei, habe sich die Situation verbessert. Und es sei ja auch verständlich, dass die Stadt sparen müsse. Dennoch hoffen die drei für sich und für ihre Mitstreiter auf ein Zeichen: Sie wollen wahrgenommen und gefördert werden. Ein erster Schritt könnte es sein, dass regelmäßig Vertreter der Stadt zu Ausstellungen kämen, finden sie. Aber auch finanzielle Hilfe sei dringend nötig. Der absolute Wunschtraum dazu: ein Kulturzentrum im alten Bahnhof. Ein Platz, wo sich Ateliers, Theaterräume und Kinosäle unter einem Dach vereinen. Ein Ort, der Stadt und Künstlern gleichermaßen ein Forum sein könnte. Dass Kunst und Kultur angesichts leerer Kassen für die Stadt ein Luxus sein könnte - damit wollen sich Greiner, Lutter und Straub nicht zufrieden geben. Eine Stadt, die auf Tourismus setze, dürfe das Künstlerische nicht außen vor lassen. "Kunst und Kultur gehören dazu", davon ist Greiner überzeugt.

Sie sind von ihrer Sache überzeugt, die Leute aus dem "Kulturwerkraum". Deshalb arbeiten sie weiter. Das Projekt "Kunst am Bau" steht an, die Theatergruppe will auftreten, und Kurse sollen angeboten werden. Und schließlich ist da noch die "Initiative zur Kreisverkehrsinselgestaltung". Sie will Kunst in den Kreiseln installieren. Figur Moni gibt es bereits als Prototyp.

Westerwälder Zeitung - 22.06 2006